Das Weibliche und Männliche sind Eins

Die Weibliche Energie und die Männliche gehören zusammen. Sie sind zwei Seiten einer Münze. Die Eine kann ohne die Andere nicht existieren. Die Männliche Kraft kreiert, manifestiert und lässt sich in den Schoß des Weiblichen fließen, um dort empfangen und aufgenommen zu werden. So wie der männliche Same die weibliche Eizelle befruchtet. Der Mensch, der daraus entsteht ist aus der Vermählung beider Prinzipien geboren und spiegelt diese in seinem Leben wieder. Er besitzt die Kraft zu kreieren und hat gleichzeitig die Fähigkeit aufzunehmen. In jedem Aspekt findet man dieses Zusammenspiel. Die Gebärmutter zum Beispiel kreiert die Eizelle, empfängt das Sperma des Mannes und bringt daraus ein neues Lebewesen hervor, eine neue Kreation. Diese Prinzipien fließen nahtlos in einander über. Der Versuch sie zu trennen oder den Mann auf das Männliche und die Frau auf das Weibliche zu reduzieren, ist meiner Meinung nach zerstörerisch. Es ist so, wie wenn man den Pluspol einer Batterie entfernt. Kann die Batterie dann noch funktionieren, wenn sie nur einen Minus-Pol besitzt? Eindeutig Nein. Natürlich ist es so, dass der Penis des Mannes den Schöpfer repräsentiert und die Gebärmutter die Kreation. Dennoch ist in Beiden Beides vorhanden, nur liegt die Gewichtung beim Mann mehr auf dem Männlichen und bei der Frau mehr auf dem Weiblichen. Was passiert nun zum Beispiel, wenn der Mann oder die Frau in ihrer Männlichkeit verletzt werden? Wenn der Mensch eine Verletzung in seiner Männlichkeit erfährt, so bedeutet dies, dass der Ausdruck seiner Lebenskraft als Kind unterdrückt, beschnitten und kastriert wurde. Er durfte sich nicht so lebendig zeigen, wie es seiner Natur entsprach, musste das brave Kind sein oder hat sogar Übergriffe erfahren. Folglich fühlte er sich für seinen sexuellen Ausdruck, für sein Wesen schuldig und „falsch“ und begann dies zu unterdrücken. Unterdrückte Energie verwandelt sich immer in selbstzerstörerische Energie, die sich entweder gegen sich selbst oder gegen Andere richtet. Wenn der Mensch nun eine Verletzung in seiner Männlichkeit erfahren hat, so wirkt sich dies immer auch auf seine Weiblichkeit, seine Empfänglichkeit im Herzen aus. Nehmen wir zum Beispiel ein Rohr. Dort gibt es einen Eingang, welcher das Weibliche repräsentiert und einen Ausgang, der für das Männliche steht. Wenn wir nun den Ausgang verschließen und Wasser in den Eingang gießen, wird dieses zum Einen nicht durchfließen können, zum Anderen wird das Rohr irgendwann überlaufen und keine Flüssigkeit mehr aufnehmen können. Im oben genannten Beispiel ist es so, dass ein Kind, dem der Ausdruck seiner Lebenskraft versagt wird, sich selbst aus dem Schmerz heraus in seiner Empfänglichkeit im Herzen verschließt, weil er anstatt Mitgefühl, immer wieder Ablehnung erfährt, bis er nicht mehr anders kann, als sich zu schützen. Das heißt, dass eine Verletzung im Männlichen, immer auch eine Beeinträchtigung im Weiblichen hervorbringt und umgekehrt. Es ist wichtig das zu fühlen. In meiner Arbeit erfahre ich immer wieder wie Frauen und Männer dieselben Verletzungen in ihrer Empfänglichkeit und Lebenskraft erlebt haben. Nur wenn wir das Männliche und das Weibliche als ein Wirken erfahren, wenn wir aus der Trennung herausgehen, können wir dem Menschen, ob Frau oder Mann, zu seiner inneren Natur und in sein Heil-Sein begleiten.